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Warum ist der Fußball in Barcelona so wichtig?

Warum ist der Fußball in Barcelona so wichtig? Ein tiefer Blick in eine Stadt, die ohne Ball nicht dieselbe wäre. Barcelona hat viele Klänge: das Rattern der Metro, das Klirren der Kaffeetassen auf den Terrassen – und dann dieses eine Geräusch, das fast überall zu hören ist. Ein dumpfer Schuss gegen Asphalt. Ein kurzer Jubelruf. Ein Ball, der gegen eine Mauer prallt. Wer länger als ein paar Stunden durch die Stadt läuft, merkt ziemlich schnell: Fußball ist hier kein Hobby. Er ist ein Grundrauschen. Und manchmal wirkt er wie eine zweite Sprache. Aber warum ist das so? Warum spielt der Fußball in Barcelona eine Rolle, die weit über 90 Minuten hinausgeht? Schauen wir genauer hin. 1. Fußball als Ausdruck lokaler Identität “ Més que un club ”. Dieser Satz ist nicht einfach ein Slogan. Seit 1968 dient er als Selbstbeschreibung des FC Barcelona – und trifft den Kern ziemlich genau. Der Verein steht in Katalonien seit Jahrzehnten nicht nur für Sport, sondern für kulturelle Selbstbestimm...

Carretera de les Aigües

Carretera de les Aigües Wer in Barcelona nach einem Ausflug in die Natur sucht – fernab der Touristenmassen, aber mit Blick über die Stadt –, dem sei die Carretera de les Aigües wärmstens empfohlen. Kein Klischee-Ausflug, sondern eher so ein Geheimtipp, den Einheimische schätzen und Auswärtige entdecken dürfen. In diesem Artikel schauen wir uns an, was dieser Wander- und Spazierweg so besonders macht: Geschichte, Fakten, Zugang, Erlebnis und auch ein bisschen „was hab ich dort erlebt“. 1. Wo genau liegt die Carretera de les Aigües? Die Carretera de les Aigües verläuft im Naturraum Parc de Collserola, am nordwestlichen Rand von Barcelona. Genauer gesagt: Der Pfad liegt auf einer Höhe von etwa 350 m bis 450 m über dem Meeresspiegel – genug, um über die Dächer Barcelonas und bis zur Küste schauen zu können.  Der Name „Carretera de les Aigües“ heißt übersetzt etwa „Wasser­straße“ – was darauf verweist, dass hier früher Wasserleitungen bzw. Kanäle verliefen, die Barcelona mit Wass...

Die vergessenen Bunker des Spanischen Bürgerkriegs: Ein Netzwerk aus Beton, Angst und Strategie entlang der katalanischen Küste

Die vergessenen Bunker des Spanischen Bürgerkriegs: Ein Netzwerk aus Beton, Angst und Strategie entlang der katalanischen Küste Wer entlang der katalanischen Küste spaziert, sieht das Meer, Pinienwälder, kleine Buchten. Und manchmal – wenn man weiß, wohin man blicken muss – ragen plötzlich rechteckige Betonklötze aus dem Boden. Unscheinbar, grau, zugewachsen. Manche dienen heute als Aussichtspunkte. Andere sind überwuchert, kaum erkennbar, fast aufgelöst im Grün. Und doch erzählen sie eine Geschichte. Genauer gesagt: die Geschichte eines riesigen Verteidigungsprojekts, das fast in Vergessenheit geraten ist. Zwischen 1936 und 1939, während des Spanischen Bürgerkriegs, wurde entlang der Küsten Kataloniens ein Netzwerk aus rund 800 Bunkern und Verteidigungsanlagen gebaut. Diese Bauwerke sollten die Republik vor amphibischen Angriffen der franquistischen Truppen und ihrer Verbündeten schützen. Heute stehen viele dieser Bunker noch da – gealtert, verwittert und überraschend nah an unsere...

Wie wichtig ist die Auswahl eines Weines für einen gelungenen Abend?

Wie wichtig ist die Auswahl eines Weines für einen gelungenen Abend? Manchmal ist es der Wein, der den Abend trägt. Nicht das Menü, nicht die Musik, nicht einmal das Gespräch – sondern das, was im Glas schimmert. So ging es uns in Barcelona. Wir waren im Restaurant "Disfrutar" . Ein lauer Abend, ein paar Freunde, viel Gelächter – und auf dem Tisch: Alión von Vega Sicilia . Wir bestellten ihn ohne viel Nachdenken, eher aus einer spontanen Neugier. Und dann kam dieser Moment: das erste Glas, der erste Schluck – und plötzlich wurde der Abend ein Stück besser. Was ist der Alión für ein Wein? Der Alión ist kein zufälliger Tropfen. Er ist ein moderner Ribera del Duero , gekeltert aus 100 % Tempranillo , in Spanien oft „Tinto Fino“ genannt. Das Weingut Vega Sicilia brachte ihn Anfang der 1990er auf den Markt – als eigenständiges Projekt, unabhängig vom berühmten „Unico“. Der Gedanke: einen Wein zu schaffen, der den Charakter der Ribera del Duero trägt, aber mit zeitgemäßem...

Katalanische Korkeichen-Kultur: Die letzten Korkernter und ihre jahrhundertealte Tradition

Katalanische Korkeichen-Kultur: Die letzten Korkernter und ihre jahrhundertealte Tradition Die Sonne steht tief über den Hügeln des Empordà. Das Licht flimmert über graugrüne Blätter, während ein dumpfer Schlag durch den Wald hallt. Ein Mann mit wettergegerbtem Gesicht und Lederhut hebt seine Axt an – nicht zum Fällen, sondern zum Schälen. Vorsichtig, präzise, fast zärtlich. Er ist einer der letzten Korkernter Kataloniens . Die Szene wirkt aus der Zeit gefallen. Kein Motorengeräusch, kein hektisches Treiben. Nur das rhythmische Klopfen des Beils gegen die Rinde. Ein Handwerk aus Gefühl und Geduld Kork wird nicht einfach geerntet. Er wird gelöst , gehoben , befreit – und das mit einer Genauigkeit, die kaum ein anderes Handwerk verlangt. Jeder Schlag zählt. Zu tief – und der Baum ist verletzt. Zu flach – und die Rinde löst sich nicht. Die sogenannten Pelejadors (Korkschäler) arbeiten meist zu zweit oder zu dritt. Einer öffnet die Rinde, der andere hebelt sie mit dem Eisen sanft ...

Kataloniens Lost Places: Verlassene Kolonien der Industrierevolution entlang des Llobregat-Flusses

Kataloniens Lost Places: Verlassene Kolonien der Industrierevolution entlang des Llobregat-Flusses Zwischen den Hügeln des Montserrat und der weiten Ebene Barcelonas zieht sich ein Fluss, der früher das Herz der katalanischen Industrie schlug – der Llobregat. Heute fließt er ruhig dahin, vorbei an stillgelegten Fabriken, eingestürzten Dächern und Häusern, in denen seit Jahrzehnten kein Licht mehr brennt. Die alten Industriekolonien, einst pulsierende Mikrokosmen des Fortschritts, sind zu stillen Zeitzeugen geworden. Ein Fluss, der Arbeit brachte Im 19. Jahrhundert war der Llobregat so etwas wie eine Lebensader für Katalonien. Sein Wasser trieb Maschinen an, bevor Elektrizität selbstverständlich war. Entlang seiner Ufer entstanden Dutzende sogenannter colonies industrials – kleine Dörfer, die rund um Textilfabriken gebaut wurden. Arbeiter*innen wohnten direkt neben den Websälen, es gab Kirchen, Schulen, Bäckereien, manchmal sogar kleine Theater. Ein geschlossenes System, halb sozial...

Katalanische Kryptozoologie: Der „Dip“ und andere Schattenwesen aus den Pyrenäen

Katalanische Kryptozoologie: Der „Dip“ und andere Schattenwesen aus den Pyrenäen Zwischen Sage und Schatten: Was ist der „Dip“? Wer nachts durch die Berge Kataloniens streift, hört Geschichten, die man besser nicht allein hört. Eine davon handelt vom „Dip“ , einem dämonischen schwarzen Hund , halb Wolf, halb Geist. Er soll laut alter Volkssagen in der Gegend um Pratdip , ein kleines Dorf in Tarragona, sein Unwesen treiben. Sein Name steckt sogar im Ortsnamen – Pratdip bedeutet „Wiese des Dip“. Der Dip ist kein gewöhnlicher Werwolf, auch wenn er oft so bezeichnet wird. In manchen Überlieferungen ist er der Diener des Teufels , der sich von Blut ernährt. Er taucht bei Vollmond auf, lautlos, mit Augen wie glühende Kohlen. Andere Geschichten sehen ihn eher als Symbol für Versuchung und Angst , eine Projektion menschlicher Schuldgefühle. Klingt fast nach Psychologie – oder einem sehr alten Horrorfilm. Zwischen Kirche, Aberglaube und wilden Bergen Kryptozoologie, also die Suche nach ...

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